Komodo Kreuzfahrt - Es geht los!

von Achim

Die nächsten drei Tage werden wir auf dem Schiff verbringen. Wir haben uns entschieden eine “Kreuzfahrt” von Lombok nach Flores zu machen. Unterwegs macht man verschiedene Stopps sodass man auch was sieht. Die Auswahl des “Kreuzfahrt”-Anbieters ist uns nicht ganz leicht gefallen. Wenn man sich über die “Kreuzfahrt” erkundigt stößt man schnell auf allerlei Horrorgschichten. Von “die Klimaanlage hat die ganze Nacht auf unser Bett getropft” über “wir hatten jeden Tag Hunger” bis hin zu “ein anderes Boot hat uns gerammt und jetzt hat unser Boot ein Loch”. Obwohl “unser Beiboot ist untergegangen” auch nicht schlecht ist, ist meine Lieblingsgeschichte jedoch “weil Ramadan war mussten wir leider ohne Kapitän losfahren”. Obwohl wir uns extra für die “Luxus-Kreuzfahrt” entschieden haben sind wir also mental auf einiges vorbereitet.

Wir wurden um 9:00 in Kuta abgeholt und dann zum Büro von Golden Island Cruises gebracht. Dort mussten wir dann ein Formular unterschreiben und auf die anderen Gäste warten. Als alle da waren ging’s dann zum Hafen, wo wir unser Boot, die “Menami” bestiegen haben:

Wir dachten wir gönnen uns mal richtig was und haben uns für die Zimmerkategorie “Deluxe Sea View Cabin A/C” entschieden:

Sieht ja echt schick aus. Klassischerweise schläft man bei den Komodo-“Kreuzfahrten” wohl an Deck im Matrazenlager.

Wir sind pünktlich gegen 14:30 in See gestochen. Unser einziger Halt für heute war Kenawa Island:

Wir sind dann im kleinen Beiboot an den Strand gebracht worden:

Die Insel die man gegenüber sieht ist Sumbawa. Sie ist ziemlich groß und wird uns die nächsten zwei Tage begleiten.

Als wir unser Schiff so angeschaut haben ist uns ein Loch in der Seite, etwas oberhalb des Wasserpegels, aufgefallen:

Na, ist doch sicher alles fein…

Kenawa Island ist vorwiegend mit Gras bewachsen und wirkt so wie eine Art “Mini-Steppe”. Wir haben diese hübschen Blumen gesehen:

Der Hügel, von dem aus man den Sonnenuntergang beobachten kann, ist nicht sonderlich hoch. Allerdings hat man wirklich einen tollen Ausblick von oben. Mit Sonnenuntergang war zwar nichts, weil alles total wolkenverhangen war, aber das herannahende Gewitter hat uns dafür einen tollen Regenbogen beschert:

Als alle wieder am Strand waren ging es zurück auf’s Schiff. Da das Meer jetzt ein bisschen rauer war, konnten wir auch sofort die Geschichte mit dem gekenterten Beiboot nachvollziehen. Aber es haben alle wohlbehalten zurück auf’s Schiff geschafft. Nach einem leckeren Abendessen ging’s dann ziemlich früh in’s Bett.

Das geht:

  • In See stechen
  • Die schöne Aussicht auf Kenawa Island
  • Das Essen auf dem Schiff ist unerwartet gut

Das geht nicht:

  • Leider ist die “Menami” ein absoluter Stinker und zieht eine rauchige Dieselwolke hinter sich her
  • Noch mehr leider gibt es wenige Orte auf dem Schiff wo man nichts von der Dieselwolke hat
  • Besonders unschön ist das natürlich in der Kabine wenn man schlafen will - wie in einer Garage mit laufendem Auto…
Schlagworte: ,

Merese

von Achim

Heute haben wir uns einen Roller gemietet um die Gegend um Kuta zu erkunden. Am Ende kam alles ein bisschen anders als geplant.

Erstmal mussten wir aber den Sprit beim Roller auffüllen, da der so gut wie leer war. In eher ländlichen Gegenden sieht man da immer wieder so Stände mit Flaschen in denen eine grüne, blaue oder rote Flüssigkeit drin ist:

Das ist Benzin in verschiedenen Qualitäts- und Subventionsstufen. Man sagt dann einfach wie viele Flaschen man gerne möchte und dann schnappt der Verkäufer sich den Trichter und füllt den Inhalt in den Tank. Ein bisschen anders, und vermutlich umwelttechnisch auch nicht gerade ideal - aber es funktioniert.

Erste Station war Selong Belanak, ein Strand der aufgrund seines Sanduntergrundes für Surfanfänger gut geeignet ist. Leider war das Meer aber an diesem Tag platt wie ein Pfannkuchen und so hat surfen nicht wirklich Sinn gemacht:

Am nächsten Strand, Tampah Beach, wollte Ursel eigentlich schnorcheln gehen, aber auch hier war die Situation nicht wirklich einladend. Auch bei der Fledermaushöhle, die wir ursprünglich besuchen wollten, sind wir dann letztendlich vorbeigefahren.

Zum Glück hatte Ursel die Idee noch den Merese Hill anzusteuern, einen Aussichtspunkt östlich von Kuta. Gesagt, getan. Die Instagram-Gemeinde versammelt sich dort bevorzugt zum Sonnenuntergang, aber auch davor war schon einiges los. Es gab zwei Leute mit Adlern oder sowas:

Ganz schön groß die Vögel - und auch ganz schön laut!

Als wir zur anderen Seite gelaufen sind kam uns eine Herde Kühe entgegen:

Die sind hier wohl ansässig.

Weiter im Osten wurde die Aussicht, mit Blick auf Tanjung Aan, richtig grandios:

Die Küste ist hier einfach unglaublich schön:

Hat uns beide witzigerweise an Schottland denken lassen.

Den Abschluss beim “Zipfel” bildet dieser kleine, bildhübsche, Sandstrand:

Ein richtig schöner Abschluss für einen Tag, der eigentlich ganz anders geplant war.

Das geht:

  • Mal wieder ein bisschen durch die Gegend rollern
  • Die tollen Aussichten vom Merese Hill
  • Die gespannte Vorfreude auf unsere Komodo-Bootstour

Das geht nicht:

  • Bei flachem Meer surfen wollen - deshalb haben wir’s einfach gelassen
  • Komische Verhandlungstricks der Straßenverkäufer - OK, dann kaufen wir halt gar nichts
  • Völlig zugeparkt werden - zum Glück kamen wir noch nach vorne raus
Schlagworte: ,

Abgetaucht

von Achim

Die letzten beiden Tage waren bei mir vollständig mit dem Apnoetauchkurs gefüllt. Wie auch schon am ersten Tag ging es an Tag 2 wieder um 7:00 mit Theorieunterricht los. Diesmal war eine dritte Person mit dabei, die Probleme mit dem Druckausgleich hatte und das angehen wollte. Die Bedingungen am zweiten Tag waren deutlich schlechter als am ersten. Die Sicht war super schlecht, es hat ordentlich gewindet und ausserdem war das Meer schon etwas rau und kalt. Dazu kam dass ich Probleme mit meinen Nebenhölen, und damit dem Druckausgleich, hatte. Das heisst ich musste immer wieder relativ schnell an die Oberfläche zurück. Im Wasser kann man da wenig dagegen tun. Somit war der Tag ein bisschen frustrierend für mich.

Gestern, dem dritten und letzten Tag des Kurses, durften wir morgens eine Stunde später anfangen. Auch das Meer war super ruhig. Das hat mich und meine Tauchpartnerin sehr gefreut und entsprechend gut gelaunt ging’s nach der Theorie auf’s Boot:

Wie schon die Tage davor kamen wir an einer “Siedlung” der Bajau vorbei:

Sie sind auch als Seenomaden bekannt und sind exzellente Apnoetaucher da sie ihr ganzes Leben auf dem Wasser verbringen und vom Meer leben.

Ich war ein bisschen angespannt und aufgeregt weil ich heute noch ein paar Manöver absolvieren musste um die Prüfung zu bestehen. Auf anraten unseres Lehrers hatte ich am Abend zuvor und am Morgen mit einer Menthol-ähnlichen Substanz inhaliert um die Nebenhölen frei zu bekommen.

Und dann ging es ab in’s Wasser. Das war heute ungwöhnlich kalt - nicht ideal für die, so dringend benötigte, Entspannung beim Apnoetauchen:

Erst haben wir uns mit “Hangs” (ausharren) in 5m und 7m Tiefe aufgewärmt:

Anschließened haben wir unsere Tauchgänge gemacht:

Auch Rettung des Tauchpartners aus der Tiefe stand heute auf dem Programm:

Das hatten wir gestern schon im Schwimmbecken geübt, aber mind. 6m Tiefe ist schon noch mal ein anderes Gefühl. Meine Tauchpartnerin und ich haben es aber beide gut hinbekommen. Und meine Nebenhölen waren zum Glück kein Problem.

Leider wurde uns irgendwann recht kalt. Also haben wir, nachdem wir alle für die Zertifizierung benötigten Manöver erfolgreich ausgeführt hatten, aus Sicherheitsgründen beschlossen es dabei zu belassen und zum gemütlichen Teil überzugehen: einer Runde schnorcheln bei einem tollen Korallenriff. Dort konnten wir unsere neuen Fähigkeiten gleich ein bisschen anwenden. Leider war das Wasser auch dort recht trübe (anscheinend ist es da sonst normalerweise immer kristallklar). Trotzdem ein sehr schöner Abschluss.

Zurück bei der Apnoetauchschule hat nur noch ein Schritt gefehlt: die Theorieprüfung. Den Teil haben wir aber auch gemeistert. Und so waren wir beide sehr glücklich und stolz unsere Molchanovs Zertifizierung Wave 1 erfolgreich absolviert zu haben:

Es waren harte drei Tage, aber es hat auch wirklich sehr viel Spass gemacht die Herausforderung anzunehmen, sich gegenseitig anzufeuern und zu sehen wie wir über uns hinausgewachsen sind. Ich bin sehr froh dass ich eine so tolle Tauchpartnerin hatte. Und natürlich über unseren Lehrer von Lombok Freediving. Danke Sam für dein Wissen, deine Erfahrung, dein Engagement und deine gute Laune in diesen drei unvergesslichen Tagen!

Das geht:

  • An Tag drei habe ich es auf 14m Tiefe geschafft
  • Die Rettung haben wir aus 8,5m Tiefe durchgeführt
  • Mit Ursel und meiner Tauchpartnerin unseren Erfolg gebührend mit Tacos und Margaritas feiern

Das geht nicht:

  • Sich bei kaltem Wasser so richtig zu entspannen
  • Wenn lauter Müll an einem vorbeischwimmt - wirklich schade das hier immer wieder zu sehen
  • Ich hab' mir doch tatsächlich eine Blase am Fuß von den Flossen geholt - ich hätte wohl doch die Söckchen anziehen sollen…
Schlagworte: ,

Kuta und Apnoetauchen

von Achim

Da es mich schon seit langem interessiert hat und sich hier die Möglichkeit ergeben hat, habe ich in Kuta einen dreitägigen Anfänger-Kurs im Apnoetauchen gebucht. Hauptfokus war das Erlernen der Grundlagen in Theorie und Praxis. Wir haben heute bereits Praxisübungen in “Free Immersion” im Meer gemacht. Dabei taucht man an einer Leine bis zu einem bestimmten Punkt nach unten und anschließend wieder hoch:

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Sicherheit, Entspannung und Druckausgleich. Ich war etwas besorgt dass es vielleicht ein bisschen langweilig wird an einer Leine runter und wieder hoch zu tauchen. Völlig zu unrecht: es hat sehr viel Spass gemacht langsam immer weiter runter zu kommen und dabei seine Technik zu verbessern. Abschließend haben wir noch Übungen im Schwimmbecken gemacht. Leider war das Meerwasser heute sehr trübe. Vielleicht wird’s ja morgen besser.

Während ich unter Wasser war hat Ursel Kuta von oben erkundet. Der Stand ist hier nicht weit und da dürfen natürlich auch die Boote nicht fehlen:

Sie ist am Strand Richtung Osten gelaufen:

Im Osten angekommen ist sie auf einen Hügel mit schöner Aussicht hochgeklettert:

So wie’s aussieht hat sie wunderschöne Buchten gesehen:

Und geheime Strände hat sich auch noch entdeckt:

Na da hatten wir beide doch wirklich einen tollen Tag den wir mit einer gemeinsamen Pizza haben ausklingen lassen.

Das geht:

  • Ich war sehr überrascht dass ich es bereits am ersten Tag auf eine Tiefe von 11,5m geschafft habe - Verrückt!
  • Im Schwimmbecken ist es mir gelungen 2:08min lang die Luft unter Wasser anzuhalten, nachdem ich heute morgen keine ganze Minute geschafft hatte - sehr cool, da klopfe ich mir doch mal selbst auf die Schulter
  • Nette und interessante Leute beim Apnoetauchen kennen lernen

Das geht nicht:

  • Wenn man gesagt bekommt dass man für einen Teller Reis mit Gemüse 270k IDR zahlen soll (normal wären eher so 20-40k IDR) - es war allerdings ein Missverständnis und ich habe am Ende nur 27k IDR bezahlt
  • Im Restaurant draussen sitzen wenn ein heftiger Platzregen hereinbricht - wir saßen aber zum Glück drinnen, haha
  • Der Müll der hier überall herumliegt - echt schade dass die Leute nicht besser auf ihr Land aufpassen (anscheinend gibt es aber auch keine Müllabfuhr wie bei uns)
Schlagworte: ,

Tetebatu Village Tour

von Achim

Heute stand eine Dorftour mit Johann, dem Angestellten unserer Unterkunft, auf dem Program. Johann ist ein sympatischer junger Kerl mit guter Laune, viel Offenheit und erstaunlichem Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt Tetebatus. Unsere erste Station war der Affenwald, scheinbar eine ehemalige Mahagoniplantage:

Als erstes haben wir gleich mal eine Kröte im Gras entdeckt:

Johann hat uns zielsicher zu einer großen Gruppe schwarzer Haubenlanguren geführt:

Das waren die gleiche Art von Affen die wir auch schon in Senaru beim Wasserfall gesehen haben.

Als nächstes standen die Wasserfälle auf dem Programm. Unterwegs sind wir jedoch noch an einer Gruppe Leute vorbeigekommen die Reis gedroschen haben. Wir durften auch ein bisschen “mithelfen”. Man nimmt sich ein Bündel Reis und haut es mit voller Kraft auf den Dreschstand sodass die Reiskörner herausfallen:

Die werden dann auf den Folien getrocknet und anschließend eingelagert.

An den Wasserfällen war jede Menge los. Da Sonntag ist haben die Leute frei. Die Kinder hatten ihren Spass an den Felsen hochzuklettern und von oben in’s Wasser zu springen:

Der zweite Wasserfall war in einer Art Erdspalte. Um dorthin zu kommen mussten wir über abenteuerliche Stege laufen, die jedoch erstaunlich gut gehalten haben. Dann ging’s noch ein Stück durch den Fluss und schon waren wir beim Wasserfall:

Unser Führer Johann hat das kalte Wasser, und seine Raucherpausen, auch sehr genossen:

Der letzte Halt der Dorftour war eine Bambuswerkstatt bei der uns die Leute gezeigt haben wie sie ihr Handwerk ausführen:

Sehr faszinierend! Und natürlich durfte man sich dann hinterher noch in ihrem Laden umschauen.

Anschließend ging es nach Kuta (für die 40km haben wir über 2h gebraucht) wo wir sehr müde in’s Bett gesunken sind.

Das geht:

  • Der herrliche Geruch im Gewürzladen - als wäre man in eine Tasse Yogi-Tee gefallen

Das geht nicht:

  • Eine Hochzeit vor sich auf der Straße haben - war zwar interessant, bremst den Verkehr aber ungemein aus (die Indonesier nehmen das aber sehr gelassen)
  • Lombok wird auch “Insel der 1000 Moscheen” genannt - die Hälfte davon scheint in Tetebatu zu stehen, was richtig viel Spass macht wenn die alle gleichzeitig um 4:30 morgens loslegen
Schlagworte: ,