Kürzlich habe ich meine neue Lieblings-U-Bahn-Haltestelle in Berlin entdeckt. Sie sieht aus, als ob man mitten im Wald ein- und aussteigen könnte. Die Rede ist von Britz-Süd:
Wenn man sich umdreht fühlt man sich fast wie auf einem Wanderweg:
Wer alt genug ist, wird sich sicherlich noch an die letzte Sonnenfinsternis von 1999 erinnern. Das war damals ein Riesen-Ding, das schon mit Spannung erwartet wurde.
Im Gegensatz dazu hätte ich diese Sonnenfinsternis fast verpasst. Nur weil ein Arbeitskollege sagte dass er schauen wolle ob er noch irgendwo Schutzbrillen auftreiben könne, habe ich zufällig einen Tag vorher davon erfahren.
Wir haben uns dann heute mit ein paar Arbeitskollegen auf dem Tempelhofer-Feld versammelt um dem Spektakel beizuwohnen - so wie halb Berlin:
Es waren unglaublich viele Leute auf dem Gelände und es gab alle möglichen Arten von Basteleien um die Sonnenfinsternis augenfreundlich zu beobachten. Manche hatten Siebe dabei, andere haben eine Camera Obscura gebaut. Der Tagesspiegel hatte gute Tipps, falls jemand für die nächste Sonnenfinsternis in 2081 noch welche braucht. Aber es gab auch Leute, die den Artikel leider nicht gelesen hatten und ihre Augengesundheit auf’s Spiel gesetzt haben (z.B. durch Benutzung einer Schweisser-Brille).
Es war sehr schwer das Naturschauspiel zu fotografieren - vor allem ohne in die Sonne zu schauen. Aber mir ist ein halbwegs brauchbares Bild gelungen:
Schon witzig: es wird einfach ein bisschen kühler und dunkler und nach ca. 30 Minuten ist der Spass auch schon wieder vorbei. Mit ein wenig Glück können wir es in 55 Jahren nochmal erleben.
Dieses Wochenende wollte ich mal ein bisschen rauskommen um den Kopf frei zu kriegen. Mir stand der Sinn nach Wald und Bergen. Da gibt es in Berlin doch keine bessere Gegend als die Müggelberge. Sie sind von Neukölln in lediglich einer guten Stunde mit dem Fahrrad zu erreichen.
Nach recht sanftem und kurzem Aufstieg ist man schon im Gipfelbereich. Dieser ist von zahlreichen Kiefern gesäumt:
Schilder weisen einem den Weg zum Gipfel des großen Müggelbergs:
Oben angekommen, kann man das Gipfelkreuz auf fast 115m ü.M. bestaunen:
Ja, viel mehr zu bestaunen gibt es da oben tatsächlich nicht, denn die Aussicht wird durch Bäume versperrt (ihr Leben sei ihnen gegönnt). Es gibt noch eine Downhill-Strecke die beim Gipfelkreuz losgeht. Die stand für meinen Besuch aber nicht im Fokus.
Wenn man eine schöne Aussicht auf den Müggelsee will, muss man wieder etwas weiter runter. Gleich neben der Sternwarte gibt es einen Rastplatz mit einem Aussichtspunkt:
Wieder am Fuß des Berges angekommen, habe ich den Teufelssee umrundet:
Das Gebiet um den See ist teilweise moorig, weshalb ein Teil des Weges aus Holzstegen besteht:
Sowas liebe ich ja, denn man ist mittendrin ohne die Natur kaputt zu trampeln.
Beim See wurde auch erklärt warum man keine Enten füttern soll:
Umweltbildung ist immer gut.
Der Ausflug und die Bewegung hat gut getan. Wenn man etwas Erholung und Natur sucht sind die Müggelberge eine gute Möglichkeit mal aus der Stadt rauszukommen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt kann auch eine Radtour um den Müggelsee machen - oder direkt darin baden gehen.
Dieses Jahr feiern Die Apokalyptischen Reiter ihren 30. Geburtstag und touren durch die Lande. Netterweise sind sie auch direkt vor unserer Haustür zu Gast und so konnten wir uns gestern ihre Jubiläumsshow im Hole44 anschauen. Wir waren mit zwei guten Freunden da, das hat die Vorfreude natürlich noch erhöht.
Überraschungs-Opener waren Victorius. Von denen hatte ich noch nie was gehört, war aber schon etwas neugierig als ich auf den Beckenmuttern des Schlagzeugs überdimensionale Krallen aufmontiert gesehen habe. Nach einem Powerintro á la Ensiferum kamen die Jungs dann in Ritterrüstung auf die Bühne:
Dass der Sänger noch eine “Laser Brille” aufhatte, hat dann im Verlauf der Show Sinn ergeben. Sie haben einfach alle Klischees des Powermetal bedient und anstatt leichtbekleideter Kriegerinnen und Vikinger-Raubzüge zu besingen wurden hier Ritter, Dinos, Ninjas, Burgen, Laser und Tokyo alle in einen Topf geschmissen und ordentlich umgerührt. Das ganze war dermaßen übertrieben und absurd dass es eigentlich nur noch übertroffen wurde von der guten Laune, die die Band versprüht hat:
Als dann irgendwann auch noch ein leuchtendes Ninja-Schwert rausgeholt wurde, habe ich mich endgültig weggeschmissen. Einfach nur geil! Wer auf sowas steht, unbedingt mal reinhören. Es ist fast schon ein bisschen schade dass wir ihre Headliner-Show nächstes Jahr im Badehaus verpassen werden.
Als nächstes waren dann Cypecore dran. Die kannte ich von früher, da ich mit World to Ashes vor über 15 Jahren beim Bloodbattle in Lörrach schonmal die Bühne mit ihnen geteilt habe. Ich fand sie damals schon echt gut und auch gestern Abend haben sie überzeugt:
Nach einer kleinen Umbaupause waren dann Die Apokalyptischen Reiter dran. Erstmal wurde die Bühne beweihräuchert:
Ab November 2025 wird es eine feste Show vom Cirque du Soleil in Berlin geben. Sie heisst Alizé und wir waren am Sonntag bei einer der Vorpremieren:
Wir waren schon zwei Mal bei Cirque du Soleil in Berlin. Das war beide Male in der Mercedes-Benz Arena. Schade nur dass die komplett seelenlos ist und das Security Personal so dermaßen unfreundlich, dass es einem fast schon die komplette Show verdirbt.
Deshalb war ich froh dass Alizé woanders läuft, nämlich im Theater am Potsdamer Platz:
Ist schon viel freundlicher und gemütlicher, die Location.
Die Show selbst war einfach grandios. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber es gibt wieder viel Akrobatik, Witz und tolle Ästhetik. Das grobe Thema ist Magie und es gab immer wieder Spezialeffekte bei denen wir uns tatsächlich gefragt haben, wie sie die wohl hinbekommen haben.
Wer Cirque du Soleil mag, und dein Eintrittspreis nicht scheut, dem kann ich die Show auf jeden Fall empfehlen.