Senaru

von Achim

Heute hieß es schon Abschied nehmen von Gili Air. Mit Boot und Auto ging es nach Senaru, einem kleinen Bergdorf auf der Nachbarinsel Lombok. Lombok ist geprägt vom Rinjani, einem über 3700m hohen, aktiven Vulkan.

Da Senaru etwas höher liegt ist das Klima deutlich angenehmer als auf Meereshöhe. Wir haben uns nach unserer Ankunft auf den Weg zu einem “traditionellen Dorf” gemacht. Man kann dort an einer Führung teilnehmen und unsere Führerin hat uns alles mögliche über das Leben im Dorf erklärt.

Hier ist z.B. ein Reisspeicher in den der getrocknete, jedoch noch nicht geschälte, Reis eingelagert wird:

Jede Familie hat einen eigenen Reisspeicher.

Die Leute im Dorf bauen verschiedene Sachen an, unter anderem Kaffee, Kakao und Vanille:

Die Wohnhäuser werden hauptsächlich zum Schlafen und kochen verwendet. Gekocht wird in den meisten Häusern wohl auf einer offenen Feuerstelle:

Bemerkenswert war auch dass die Schlafplätze, für unsere Verhältnisse, recht hart sein müssen. Es ist nur eine dünne Matte auf einem Holzbrett, bzw. dem Boden wenn man Gäste hat. Ein Schlafplatz wird oft von mehreren Leuten geteilt. Hier herrscht deutlich mehr Nähe als bei uns.

Nach der interessanten Führung durch das traditionelle Dorf sind wir ein wenig bergauf gelaufen. Es ging durch Kaffee- und Kakao-Plantagen:

Wir sind an einen Aussichtspunkt mit tollem Blick auf den Tiu Kelep Wasserfall gekommen:

Um vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück zu sein, haben wir dann umgedreht.

Zum Abendessen hatten wir dann Urap-Urap und Gado-Gado:

War sehr lecker.

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Gili Air

von Achim

Gili Air ist, zumindest an Land, eine Verbrennermotor-freie Insel. Das ist extrem angenehm weil hier der Lärm und Gestank der Verbrenner fehlt. Stattdessen benutzen die Leute hier Fahrräder, E-Roller und Pferdefuhrwerke:

Ich bin ein großer Fan dieses Konzepts seit ich es vor Urzeiten zum ersten Mal auf Wangerooge erlebt habe.

Obwohl Indonesien ein überwiegend muslimisches Land ist, gibt es auf Bali wohl hauptsächlich Hinduisten. Aber auch auf Gili Air strahlt dieser Einfluss aus, wie man an dieser liebevollen Szene in unserer Unterkunft erkennen kann:

Wir sind hier in urigen Hütten auf einem sehr schön gepflegten Grundstück untergebracht:

Da ich mich gestern anscheinend bei unserer Inselumrundung am Fuss verletzt habe bin ich gestern aus dem Wasser geblieben um die Wunde zu entlasten. Ursel war schon ganz heiss auf’s schnorcheln, musste aber feststellen dass die Sicht leider gleich Null war.

Heute sind wir dann nochmal gemeinsam losgezogen. Und die Sicht war heute schon deutlich besser. Hier wird wohl mit Korallenzucht experimentiert. Um das Korallenwachstum zu stimulieren werden ihnen auf ihren Zuchtgerüsten wohl sanfte Stromstöße verpasst:

Anscheinend bringt’s das und die Korallen wachsen so bis zu sechsmal so schnell!

Ein Höhepunkt unseres Trips heute waren die Schildkröten. Zuerst haben wir eine Karettschildkröte gesehen:

Nach einer Weile kam dann noch eine Grüne Meeresschildkröte dazu:

Wie cool! Besonders schön war’s als die beiden sich am Meeresboden getroffen und begrüßt haben.

Bei der Abbruchkante zum tieferen Wasser waren unglaublich viele Fische unterwegs:

Ein richtig schöner Schnorcheltrip!

Das geht:

  • Scheissen unter Sternen - kein Problem dank unseres Freiluftbades
  • Verbrennermotorenfreie Insel
  • Die entspannte Insel-Stimmung

Das geht nicht:

  • Scheissen mit Moskitos - ein Problem dank unseres Freiluftbades
  • Um 4:30 vom Muezzin geweckt werden, der dann auch noch die Hähne aufweckt
  • Sich beim barfuss laufen aufschneien - zum Glück haben wir das gute Braunovidon dabei, damit gehen Wunden ruckzuck wieder zu
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Tour de Force: von Coron nach Gili Air

von Achim

Gestern hat der Wecker bei uns um 4:30 Morgens für den Flug nach Bali geklingelt. Unsere ursprüngliche Flugverbindung wäre halbwegs direkt von Coron über Manila nach Bali gewesen und um 16:00 gestartet. Da Philippine Airlines aber irgendwas umgestellt hat, war die urpsrüngliche Route nicht mehr verfügbar und wir mussten nun noch einen Umweg über Cebu nehmen. Das ist ungefähr so als würde man von Freiburg nach Stuttgart noch über München fahren. Zusätzlich hat sich die Wartezeit in Manila auf sieben Stunden erhöht.

Der elektronische Vorab-Check-In ging, vermutlich aufgrund der Flugroutenumstellung, nicht. Wir mussten also in Coron am Schalter einchecken. Das wurde unerwartet spannend. Zwischendurch hat es sich für uns so angehört als ob unsere Tickets gerade erst beim einchecken besorgt wurden - obwohl unser Flug als umgebucht galt. Während wir da so standen haben wir schon befürchtet dass das ganze Prozedere so lange dauern würde dass wir vielleicht sogar noch unseren Flug verpassen. Nach ca. 45 Minuten am Check-In war es dann soweit und wir haben endlich unsere Bordkarten bekommen. Zum Glück hatten wir genügend Puffer eingebaut und die Zeit hat sogar noch für das Herunterschlingen eines Muffins gereicht:

Nachdem unsere kleine Propellermaschine sicher in Cebu gelandet war, durften wir hier zwei Stunden auf die Weiterreise warten. Unsinnigerweise gab es nach dem Aussteigen nochmal einen Sicherheitscheck unseres Gepäcks, das ja schon vor dem Einsteigen geprüft wurde. Naja, vielleicht läuft das unter Arbeitsbeschaffung.

Unsere sieben Stunden in Manila konnten wir dann mit lesen, durch’s Terminal geistern und Müsli essen verbringen. Ja, sie hatten tatsächlich Müsli in Manila! Als es dann endlich soweit war, konnten wir pünktlich in unser Flugzeug einsteigen. Nach der Landung, die vom Philippine Airlines Lied begleitet wurde, gab es in Bali ein bisschen Aufregung weil unser Gepäck sehr spät auf’s Band kam - aber es kam. Vor dem Flughafen hat dann eine Horde Taxi-Fahrer gewartet und mit sehr viel Enthusiasmus ihre Dienste angeboten. Anstrengend. Unser Hotel war jedoch in Fußweite und gegen 2:00 konnten wir endlich schlafen gehen. Am nächsten Morgen haben wir festgestellt dass alle Euro-Münzen aus meinem Rucksack fehlen. Da hat wohl irgendjemand vom Bodenpersonal zugegriffen. Immerhin hat er den Rest dringelassen.

Nach dem Frühstück ging es dann gleich weiter Richtung des Fährhafens in Bali:

Dort haben wir, nach ein bisschen herumfragen, einen fairen Deal für die Überfahrt nach Gili Air gefunden. Schön dass im Wartebereich der MKP-Lounge guter Melodic Metalcore lief. Die fast vierstündige Überfahrt von Bali nach Gili Air kam uns relativ lang vor - wahrscheinlich waren wir einfach schon zu durch. Immerhin haben wir dann auf Gili Air tatsächlich noch eine Inselumrundung geschafft. Und unterwegs gab’s noch schön Abendessen am Strand:

So, dann mal gute Nacht.

Abschied von Indonesien

von Achim

Heute hiess es Abschied nehmen von Bukit Lawang - und morgen dann auch von Indonesien (für’s Erste). Wie schon erwähnt geht in Indonesien alles mit dem Roller / Moped. Da muss man gut aneinander vorbei manövrieren:

Auch unsere großen Rucksäcke wurden heute Morgen, dankenswerterweise, mit dem Roller zum Abfahrtsort transportiert:

“Nothing is impossible in the jungle!” haben sie gesagt. Ja, das haben wir die letzten Tage durchaus gesehen. Und so sind wir auch ein bisschen froh die ganzen Blutegel, Ameisenstraßen und täglichen Sturzgüsse langsam wieder hinter uns zu lassen.

Die Fahrt zurück nach Medan ging wieder mit dem Privat-Taxi. Ist natürlich teurer als mit dem Bus, aber hier sind wir Millionäre:

In Medan selbst haben wir uns dann erstmal das große Einkaufszentrum angeschaut. Meine alten Puma-Schuhe mussten nach dem Orang-Utan-Trek nun wirklich endgültig entsorgt werden. Deshalb habe ich mich gefreut einen modischen Schuhladen zu entdecken:

Komisch, alles in Plastik eingeschweisst. Glücklicherweise hatten sie sogar Schuhgröße 45. Und so habe ich mir ein paar Schuhe für 1,8 Millionen IDR geleistet. Endlich mal einen auf dicke Hose machen…

Das geht:

  • Die tollen Eindrücke der letzten Tage
  • Zimmer ohne Ameisenstraße
  • Dusche mit gescheitem Wasserdruck

Das geht nicht:

  • Ware ohne Preis ausstellen - fast so unangenehm wie vor dem Laden angesprochen zu werden…
  • Am 01.01. immer noch amerikanische Weihnachtslieder in Dauerschleife ertragen müssen (aber hier wechseln sie sich wenigstens ab, anders als im Flughafen-Hotel, wo während des Frühstücks Jingle-Bells in Dauerschleife lief)
  • Leute, die sich in der Supermarkt-Caféteria ganz ungeniert die Zehennägel schneiden
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Blutegel unter'm Röckchen

von Achim

Ich so zu Ursel: "Wollen wir rausgeh'n?"
Sie so: "Gerne. Am Fluss entlang, wär' schön."
Gesagt, getan, wir wollen hier ja nicht überwintern.
Eine halbe Stunde später, ein Zwicken am Hintern.
Sie hebt den Rock und -das ist harsch-,
Tatsächlich da: ein Blutegel am Arsch!
Es hilft kein ziehen, reißen, streng anfassen,
Der Blutsauger will einfach nicht lose lassen.
Flugs, flugs, zurück zur Unterkunft.
Salz hilft wohl, sagt uns die Vernunft.
Die Küche war freundlich und hilfsbereit,
Im Bad den Parasit schnell mit Salz bestreut.
Im Nu ließ er dann vom Opfer ab,
Und landete selbst jäh im Grab:

Prosit Neujahr!

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