Cao Bang

von Achim

Cao Bang ist eine kleine Stadt im Norden Vietnams. Von hier sind es nur noch knapp 60km zur Grenze nach China. Durch Cao Bang fließt der Song Bang Fluss, über den es u.a. diese schöne Hängebrücke gibt:

Auf der Halbinsel, scheinbar dem Zentrum der Stadt, befindet sich ein kleiner Park, in dem an unserem ersten Abend die Leute zusammen Sport machen waren oder einfach spazieren gingen:

Von der Atmosphäre ein bisschen wie das Tempelhofer Feld in Berlin, nur in winzig.

Wir hatten auch die Gelegenheit die örtliche Küche auszuprobieren. Der gehackte Entenhals war nicht ganz so mein Ding (wie Gummi). Aber die, in Clausena Indica Blätter, gehüllten Schweinsschulter-Häppchen waren sehr lecker:

Nach unserem Rollertrip gestern hatten wir heute einen Pausetag und sind ein bisschen auf der Halbinsel herumgelaufen. Vor einem Haus hingen lauter Orchideen:

Auf dem Gehweg ein Stück weiter saßen ein paar Männer und haben ein Spiel gespielt:

Als Ursel sie per Google Translate gefragt hat wie das Spiel heisst. Einer der Vier hat folgende Antwort darauf gegeben:

Zwei Freunde, die einander sehr schätzen, spielen zusammen Schach. Wer besser, klüger und schneller ist, gewinnt. Dann ohrfeigen sie sich gegenseitig und lachen zusammen!

Wir mussten sehr lachen. Sie haben definitiv Humor. Es war ihm dann noch wichtig zu gestikulieren dass sie sich nicht wirklich schlagen. Bei dem Spiel handelt es sich wohl um chinesisches Schach.

Nicht weit von unserer Unterkunft ist ein kleiner Markt. Der war schon fast wieder vorbei als wir kamen, aber die Hühnerabteilung hatte noch offen:

Offenbar kann man sich eins aussuchen und bekommt es dann gleich geschlachtet:

Die Federn wurden zum trocknen auf dem Boden ausgebreitet. Hier wird nichts weggeworfen.

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Mat Than

von Achim

Der Berg Mat Than, auch bekannt als “Das Auge Gottes”, befindet sich nur 15km von Cao Bang entfernt. In diese Gegend verirren sich erfreulich wenige Touris, was die ganze Sache etwas entspannter macht. Keiner quatscht einen an und will einem was andrehen.

Wir hatten uns für heute einen Roller gemietet um die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Landschaft hier ist mal wieder sagenhaft:

Nachdem wir den Mac Phuc Pass überquert hatten war es nicht mehr weit. Das letzte Stück Straße ging durch ein kleines Dorf und dann auf unbefestigter Straße. Und was soll ich sagen, “Das Auge Gottes” ist wirklich ein guter Name für diesen überwältigenden Berg:

Er sieht einfach unglaublich cool aus mit dem Loch in der Mitte. Unten im Tal haben Pferde gegrast. Sie hatten mehrere Fohlen dabei:

Eines davon hat seiner Lebensfreude mit Luftsprüngen und herumrennen Ausdruck verliehen. Herzig.

Ebenfalls im Tal frei herumgelaufen sind mehrere Büffelherden:

Auf den Berg selbst hoch durfte man leider nicht, da er auf Privatgelände liegt, wie es scheint.

Nach diesem tollen Anblick ging’s dann weiter zum Thang Hen See. Da war aber, aufgrund der Trockenzeit, nicht so viel Wasser drin:

Auf der Heimfahrt haben wir noch einen Abstecher nach Phia Thap gemacht, ein kleines Dorf das für seine Räucherstäbchenherstellung bekannt ist. Vor fast jedem Haus sitzen Leute und spalten Bambushölzer mehrfach, bis sich daraus die kleinen Stäbchen ergeben:

Diese werden dann getrocknet und anschließend mit der Räucherpaste versehen:

Wir wissen nicht genau ob das durch ein Bad oder Auftragen geschieht, da wir ohne Führer hier waren.

Witzig waren die Ställe für die Ochsen, die alle ein Fenster hatten, das gerne genutzt wurde:

Interessant! Wir hätten beide nicht erwartet dass die Räucherstäbchen noch von Hand hergestellt werden. Es war sehr interessant den Leuten zuzuschauen wie sie das machen.

Das geht:

  • Die schönen Bergstraßen
  • Dass beim Mat Than die Tiere frei herumlaufen - war ein schönes Gefühl ihnen einfach so in der Landschaft zu begegnen
  • Stabiler und geschmeidiger Roller

Das geht nicht:

  • Wenn einem in der Kurve zwei große überholende Laster entgegenkommen - ich bin dann mal auf dem Grünstreifen…
  • Leute die das Klo mit Klopapier verstopfen - das gehört hier doch in den Mülleimer, nicht in die Schüssel
  • Die riesen Portion Sticky Rice w/ Canarium aufessen - zum Glück hatten wir nur eine Portion für uns beide bestellt
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Hanoi - gemischtes

von Achim

Insgesamt waren wir vier Nächte in Hanoi. Genug Zeit also um nochmal zur Train-Street zu gehen:

Es ist ja eine Sache dem Zug beim Durchfahren aus der Entfernung zuzuschauen. Aber es ist eine ganz andere Sache selbst mal den Nervenkitzel zu erleben wie eine 100t schwere Diesellok nur Zentimeter entfernt an einem vorbeidonnert:

Und da ist wirklich nicht mehr viel Platz:

Es gibt keinerlei Linie oder ähnliches auf dem Boden. Die Lokalbesitzer wissen genau bis wohin sie die Tische stellen können.

Apropos Lokal, es ist teilweise schon ein Erlebnis. Bei einem davon stand ein Topf mit Fleisch in der Toilette neben dem Waschbecken auf dem Boden:

Warum ausgerechnet im Klo (und neben dem Eimer mit dessen Wasser man sich normalerweise den Hintern sauber macht) war uns nicht ganz klar.

Hanoi ist immer für eine Überraschung gut. Manchmal laufen Hunde im Restaurant herum, ein andermal entdeckt man Hähne mitten in der Stadt:

Dieser hat sich’s gemütlich eingerichtet.

Wir waren auf dem Markt. Der ist ziemlich groß und befindet sich auf drei Ebenen. Im zweiten Stock haben wir immer wieder Verkäufer auf ihrer Ware schlafen sehen:

Nicht der schlechteste Platz für ein Nickerchen, es ist vermutlich schön weich.

In Orten mit vielen Touristen gibt es immer wieder Läden mit Produkten auf denen die Logos teurer Marken prangen. Ganz beliebt sind die Logos von “The North Face”, “Arc’teryx” oder auch “Stüssy”:

Die Produkte sind bemerkenswert günstig, weisen jedoch - bei genauerem Hinsehen - deutliche Unterschiede zu denen bei uns erhältlichen auf. Ganz beliebt ist auch das Apple Logo. In Hoi An konnte man “Apple Air Pods” für 12 EUR kaufen (bei uns über 150 EUR). Sowas trägt natürlich nicht zum Vertrauen in die Echtheit und Qualität der Ware bei, was bei uns dazu geführt hat dass wir einfach gar nichts gekauft haben.

Bereits in Hoi An haben wir ungewöhnliche T-Shirt Designs gesehen. Die gleichen gibt es hier auch:

Besonders Kim Jong-un und Donald Trump scheinen beliebte Motive zu sein.

Als wir Abends durch die Stadt gelaufen sind haben wir immer mal wieder gesehen wie das Geschirr mancher Restaurants auf dem Bürgersteig gewaschen wurde:

Am besten nicht zu lange drüber nachdenken sondern es mit dem Motto einer Bar auf Don Det halten: “Don’t think, just drink!”

Das geht:

Das geht nicht:

  • Nicht rechtzeitig zur Seite gehen wenn der Zug kommt - da kann man mal erleben wie die Vietnamesen ganz schnell rabiat werden (zurecht, denn das ist ja wirklich lebensgefährlich)!
  • Gäste, die Ratten im Restaurant auch noch was zu Essen hinwerfen - Wow, da fällt einem wirklich nichts mehr ein
  • Auf dem Gehweg laufen wollen - ist leider alles mit Rollern zugeparkt, weshalb man dann ständig auf der Straße laufen muss
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Hanoi

von Achim

Hanoi ist die Hauptstadt Vietnams und mit über 8 Millionen Einwohner mehr als doppelt so groß wie Berlin. Ein starker Kontrast zum friedlichen Inselleben auf Cat Ba. Die Stadt ist voller Roller und Autos und alle fahren nochmal deutlich knapper an einem vorbei als anderswo sowieso schon. Die Stadt ist ziemlich laut und recht intensiv. Aber auch hier gibt es ruhige Orte:

Nicht weit entfernt von einem interessanten Laden der Produkte ethnischer Minderheiten verkauft lag der Eingang zum Literaturtempel:

Schöne Sache. Beim weiteren erkunden der Stadt sind wir auf die Statue von Ly Thai To, dem Gründer von Hanoi, gestoßen:

Aufmerksamen Lesern von Wikipedia wird aufgefallen sein dass er von 1009 - 1028 Herrscher des Reiches Dai Co Viet (im heutigen Nordvietnam) war.

In Hanoi sind immer noch ein paar Leute mit Fahrrädern unterwegs, die alles mögliche transportieren und verkaufen:

Am besten noch mit einem batteriebetriebenen Megafon in einem Korb, das ganz automatisch die Produktpalette durchgibt.

Leider wurde dieses elegante, leise, kostengünstige und saubere Fortbewegungsmittel jedoch zunehmend durch laute Dreckschleudern ersetzt:

Wie man sieht lässt sich mit denen aber auch jede Menge transportieren.

Absolut sehenswert ist die “Train Street”, wo man an den Zuggleisen sitzen und einen Kaffee trinken kann:

Witzig war, als die Schranken am Bahnübergang wieder aufgingen nachdem der Zug durchgefahren war. Dann sind von beiden Seiten die Roller, wie bei einer Wall-of-Death, aufeinander zugestürmt:

Man könnte fast meinen man sei im Moshpit. Zugegebermaßen war es auch ähnlich laut und chaotisch.

Abends sind wir auf den Nachtmarkt gegangen. Bei einem Schlenker durch das Partyviertel sind wir an schönen Häusern vorbeigekommen:

Etwas weiter gab es dann einen Monster-Stau. Normalerweise gibt es in Vietnam keinen Stau da man sich mit den Rollern überall durchquetschen kann. Hier aber haben sich Fußgänger, Roller und Autos in einer Fußgängerzonen-artigen Straße an einer Stelle so sehr verdichtet dass alles nur noch gestanden ist. Es gab kein Vorwärts-kommen mehr. Und da man in Vietnam scheinbar auch kein Zurück kennt, hat irgendwann einer der Kellner angefangen seine Tische auf der Straße abzubauen damit wenigestens wieder ein paar Roller durchkommen. Der Plan hat bestens funktioniert denn der Stau hat sich dann recht schnell aufgelöst. Sehr pragmatisch, die Vietnamesen.

Das geht:

  • Die Methode wie hier Hackfleisch gemacht wird: man nimmt zwei Hackbeile und vollführt mit ihnen eine Art Trommelwirbel auf einem Stück Fleisch bis es klein gehackt ist - hat mich als Schlagzeuger sehr beeindruckt!
  • Die Laster der Müllabfuhr spielen hier ein nettes Liedchen, man hört sie also schon von weitem (Text: “Das üppig grüne Heimatland Vietnam. Kann es für immer sauber und schön bleiben? Das hängt von eurem Handeln ab. Es hängt allein von eurem Handeln ab. Das hängt von eurem Handeln ab. Es hängt allein von eurem Handeln ab.") - es gibt sogar einen Remix davon :)
  • Fahrräder!

Das geht nicht:

  • Angst bekommen beim Straße überqueren und plötzlich stehen bleiben - einfach immer schön langsam weiterlaufen
  • Banh Mi mit Pilz-Rousong
  • Die Lautstärke Hanois
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Cat Ba Nationalpark

von Achim

Für Wanderfreunde gibt es auf Cat Ba den Nationalpark. Dort kann man vom Eingang bis zum Hai Viet Dorf laufen (ca. 9km). Hört sich eigentlich ganz gemütlich an.

Beim Eingang gibt es allerdings einen Aussichtsturm den wir nicht auslassen wollten. Nach ca. 200 steilen Höhenmetern waren wir dann oben und haben die tolle Aussicht auf die Berge genossen:

Wieder unten angekommen ging’s dann auf den eigentlichen Wanderweg:

Wie auch schon bei der Rollertour gab es hier super viele Schmetterlinge:

In allen möglichen Farben und Formen:

Wir hatten Glück dass wir tatsächlich so viele fotografieren konnten:

Sie sind echt schwer vor die Linse zu bekommen da sie unglaublich aufgeregt herumflattern.

An einer Stelle ist mir ein “X” im Wald aufgefallen. Bei genauerem Hinsehen haben wir diese große Spinne dahinter entdeckt:

Anscheinend gibt es mehrere Spinnenarten die solche Muster (Stabilimente) in ihr Netz machen. Wir hatten das vorher noch nie gesehen.

Stellenweise hatten wir gute Aussichten auf die schöne Umgebung:

Dieser Baum (vermutlich eine Würgefeige) hat einen natürlichen Torbogen geformt:

Oder ist es vielleicht Baumbart, der einen Spaziergang unternimmt?

Am Ende der Strecke angekommen haben wir uns dann entschieden noch den Aufstieg zum Funkturm zu machen. Das war sehr anstrengend aber die tolle 360° Aussicht auf Ha Long Bay und Lan Ha Bay war es absolut wert:

Nach dem Abstieg hat uns im Dorf zum Glück gleich jemand angesprochen ob wir ein Boot zurück in die Stadt wollen. Es war schon ziemlich spät und so haben wir das Angebot dankend angenommen. Vom Dorf sind es noch ca. 4,5km zum Hafen vom Hai Viet Fischerdorf. Glücklicherweise war im Angebot ein Leihfahrrad bis zum Hafen inklusive, sodass wir die Strecke nicht auch noch laufen mussten. Zu gucken gab es wieder allerhand:

Am Hafen angekommen haben uns dann schon die “Freunde” des Fahrtenverkäufers erwartet. Und mit diesem Prachtstück sind wir dann wieder in die Stadt gefahren:

Tucker, tucker. An Langsamkeit hat das wohl nur die Fähre nach Cat Ba übertroffen. Wir haben unseren “Sunset Cruise” durch Lan Ha Bay sehr genossen.

Das geht:

  • Schon witzig wie das hier läuft: man drückt einem Typen Geld in die Hand und bekommt lediglich ein Versprechen dass man irgendwo ganz anders von jemandem irgendwohin gefahren wird, ganz ohne Fahrschein oder sonstwas - bisher hat das hier erstaunlicherweise immer geklappt, die Vietnamesen sind wohl sehr ehrlich
  • Am Ende dann fast 20km und über 1000 Höhenmeter gelaufen sein - ein sportlicher Tag!
  • Gerade noch das letzte Boot zurück in die Stadt erwischen

Das geht nicht:

  • Die Autos hier sind echt super niedrig, sodass ich nicht aufrecht sitzen konnte (wir hatten eigentlich einen Busfahrschein zum Nationalpark gekauft, dann stand aber plötzlich ein Taxi vor der Tür)
  • Neben, über und unter Leitungen wandern an denen ein Schild steht: “DO NOT TOUCH! Dangerous electricity caused deadly.” (s.i.c.)
  • Die “Leiter” auf den Sockel des Sendeturms: schon halb abgeknickt und so instabil dass sie sich ordentlich durchgebogen hat wenn man draufgestanden ist - aber immerhin war sie mit Kabeln mit einer zweiten, etwas intakteren, “Leiter” zusammengebunden
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