Breslau

von Achim

Breslau (poln. Wrocław) ist die viertgrößte Stadt in Polen. Da sie gerade auf unserer Route lag und ich mir sie sowieso gerne anschauen wollte, sind wir hingefahren.

Die Altstadt wird von einem großen Platz rund um das imposante Rathaus bestimmt:

Rundherum stehen Häuser mit hübschen Fassaden, ähnlich denen der Hansestädte an der Ostsee:

Breslau war mir gleich sympathisch. Es ist nicht nur eine sehr junge Stadt, sondern war auch ein wichtiges Zentrum der antikommunistischen Bewegung während des Sozialismus in den 1980ern in Polen. Von dieser Bewegung stammt auch die Symbolik des Zwergs, der von den Aufständischen benutzt wurde um gegen das Regime zu protestieren. Heute ist der Zwerg eine Art Maskottchen von Breslau und überall in der Stadt stehen kleine Zwergenfiguren herum:

Es macht großen Spaß sie überall in der Stadt zu suchen und die verschiedenen Skulpturen zu fotografieren. Es gibt mittlerweile anscheinend über 600 davon!

Um uns zwischendurch etwas abzukühlen haben wir den Botanischen Garten besucht. Dieser ist sehr schön gestaltet und strahlt mit seinen zahlreichen Pflanzenarten Ruhe und Frieden aus:

Die Seerosen im Teich standen gerade in voller Blüte:

Und so viel Grün zieht natürlich auch jede Menge Leben an, wie z.B. Vögel oder diese hübschen Schmetterlinge hier:

Vom rumlaufen waren wir hungrig und haben dann das Restaurant Konspira entdeckt, welches uns durch dieses Plakat (“Nürnberg für Putin”) gleich in’s Auge gefallen ist:

Auch die Speisekarte ist sehr politisch und enthält allerlei Informationen zum Leben in Polen während des Kommunismus und zur antikommunistischen Bewegung. Es war die wohl lehrreichste Speisekarte die wir seit langem hatten und sehr liebevoll gestaltet.

Ach ja, das Essen konnte sich, wie überall in Polen, auch sehen lassen:

Super lecker!

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Auschwitz

von Achim

Auschwitz. Jeder Deutsche kennt diesen Namen und die schrecklichen Verbrechen die hier von den Nazis an der Menschheit begangen wurden. Wir waren noch nie in einem Konzentrationslager und wollten die Gelegenheit einer Vor-Ort Besichtigung nutzen.

Man bucht eine Tour, welche einen ca. 4h lang durch die Lager Auschwitz (Auschwitz I) und Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) führt. Man bringt sich also besser etwas zu trinken mit. Dass es mental und emotional nicht leicht wird, muss man wohl nicht dazu sagen.

Die Führung beginnt am Lagereingang mit der Aufschrift “Arbeit macht frei”, den wohl jeder schonmal irgendwo gesehen hat:

Für das Konzentrationslager wurde eine ehemalige polnische Militärkaserne umfunktioniert. Die ganzen Häuser des Stammlagers (Auschwitz I) standen also schon und wurden von den Nazis einfach nur noch bezogen:

Die Tour führte uns durch einige der Gebäude und erläuterte deren Funktion:

Im Kanada-Lager wurde z.B. die Habe der Insassen durchsucht und alles wertvolle aussortiert und weiterverwendet. Wie z.B. Koffer oder Schuhe:

Der Berg Schuhe der dort ausgestellt war war riesig. Und es wird wohl nur ein Bruchteil sein. Unweigerlich drängt sich die Frage nach den Geschichten der ehemaligen Träger auf.

Mir war die Dimension dieses KZs nicht klar. Auschwitz war ein ganzes Lagersystem und hatte noch fast 50 Nebenlager. Das Einzugsgebiet der Häftlinge war riesig:

Das Lager war extrem gut bewacht, nur wenigen Menschen gelang die Flucht:

Wer nicht spurte wurde gefoltert, gehängt oder erschossen. Zum Beispiel an der “schwarzen Wand”, die wohl auch jeder aus Schule oder den Medien kennen dürfte:

Nicht selten mussten sich die Leute auch einfach zu Tode arbeiten.

Hier ist die Gaskammer aus dem Stammlager, in welchen die Vergasungen mit Zyklon B zuerst stattfanden, bevor sie dann schließlich in Auschwitz-Birkenau durchgeführt wurden:

Zur anschließenden Verbrennung der Leichen wurden diese Öfen mit einer “Leistung” von 3,5 Leichen pro Stunde verwendet:

Krank.

Anschließend ging es mit dem Bus zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo die Führung fortgesetzt wurde. Per Zug wurden die ganzen Menschen hier “angeliefert”:

In solchen Waggons mussten 60 Personen oft tagelang wie Vieh ausharren bis sie total entkräftet hier ankamen:

Die Zustände in den “Wohn”-Barracken waren nicht viel besser:

Auschwitz-Birkenau war ein reines Vernichtungslager. Die Menschen wurden mit dem Ziel hierhergebracht sie zu töten. Die meisten der Neuankömmlinge wurden gleich vergast. Wer fit genug war und die gewünschten Fähigkeiten besaß musste im Lager arbeiten.

Hier sieht man noch die Überreste der Gaskammern und Krematorien, die die Nazis vor der Befreiung des Lagers zerstört haben um ihre Taten zu vertuschen:

Am Ende der Bahnrampe, zwischen den beiden Krematorien, befinden sich Gedenktafeln in den Sprachen der Opfer. Die Aufschrift lautet:

“Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas.”

Auch wenn es nicht einfach ist sich als Deutscher mit der dunkelsten Vergangenheit seines Landes auseinanderzusetzen ist es sehr wichtig dass man es trotzdem tut. In der Schule haben wir viel über die Nazis und ihre Schreckensherrschaft gelernt. Ein KZ zu besuchen macht das alles nochmal deutlich anschaulicher und realer. Ich empfehle es jedem. Jeder sollte wissen was passieren kann wenn man Tyrannen freie Hand lässt. Gerade in der heutigen Zeit mit dem erneuten erstarken von Demagogen, Autokraten und Diktatoren ist diese Botschaft wichtiger denn je.

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Tatra Gebirge

von Achim

Wir waren schon ganz gespannt auf das, uns vorher unbekannnte, Tatra Gebirge. Das Tatra Gebirge befindet sich in Polen und der Slowakei und bildet eine Art natürliche Grenze zwischen den Ländern.

Ein in ganz Polen bekanntes Wanderziel hier ist der Morskie Oko, ein Bergsee. Warum also nicht an den Klassiker halten? So ging’s nach später Anreise und ca. einer Stunde Stau in Zakopane gegen Nachmittag am Wanderparkplatz los. Wie gesagt, der Wanderweg ist sehr beliebt und es erwarten einen Horden von Wanderern, ungefähr wie bei uns am ersten Mai. Dazu kommen noch Pferdefuhrwerke die fußmüde Touristen den Berg hochziehen. Da wir aber ziemlich spät dran waren, kamen uns die ganzen Massen nun entgegen, was wir deutlich angenehmer fanden.

Die 9km lange geteerte Straße zum See ist recht entspannt zu laufen und kann eigentlich nur wegen ihrer schieren Länge als Wanderung bezeichnet werden. Aber man bekommt schon auf dem Weg schöne Blicke auf die umliegenden Berggipfel:

Man kommt auch an einem netten Wasserfall vorbei:

Und so geht’s immer weiter und weiter, unterwegs gibt’s auch noch eine Einkehr, bis man irgendwann am See ankommt:

Das Licht war leider nicht mehr ideal, dafür muss sich der Rummel, nachdem uns 2,5h lang Massen von Leuten entgegenkamen, schon deutlich gelichtet haben.

Um den See führt ein Weg, den wir auch noch in Angriff genommen haben:

Das Wasser des Morskie Oko ist super klar und man sieht immer wieder Fische vom Ufer aus:

Von der anderen Seite des Sees sieht es sehr friedlich aus und man vergisst fasst die ganzen Menschenmassen am Westufer:

Eigentlich kann man die Tour noch über die “Fünf Seen” verlängern. Dazu hat uns aber die Zeit und die Kraft gefehlt. Das heben wir uns für’s nächste Mal auf.

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Dunajec Tal

von Achim

Heute stand das Dunajec Tal auf dem Plan. Dieser speist einen großen Stausee:

Auf dem Dunajec kann man sich auf einem Floß flussabwärtes staken lassen. Auch Rafting ist hier sehr beliebt. Wir haben unser Zelt auf einem Zeltplatz am Flussufer aufgeschlagen und sind dann zu den den “drei Kronen” aufgebrochen:

Freundlicherweise ging es schön schattig durch den Wald, aber auch recht steil. Nach ungefähr 1,5h kommt man dann zu einer Aussichtsplattform, an der man 16 PLN Eintritt zahlt und dann einen schönen 360° Blick bekommt. Zum Beispiel in’s Dunajec Tal:

Oder auch in die andere Richtung:

Nach dem Abstieg wartet dann die Hütte der Bergwacht mit leckeren polnischen Gerichten auf hungrige Wanderer. Ursel hat zum Spaß auch mal das warme Bier probiert:

Die Frau an der Theke hat sie ziemlich schräg angeschaut. Ist wohl eher ein Getränk für den Winter. Aber schmeckt gar nicht so schlecht - wie das Pendant zum Glühwein.

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Krakau

von Achim

So, heute ging’s glücklicherweise wieder besser und das Frühstück ist diesmal drin geblieben…

Ich war bereits im Juni beruflich in Krakau, hatte da aber nur sehr wenig Zeit mir die Stadt anzuschauen. Damals hatten mir meine polnischen Kollegen empfohlen unbedingt die Wawel-Burg anzuschauen. Leider kam ich nicht zu mehr als kurz mal außen an der Mauer entlang zu laufen. Heute hatten wir mehr Zeit und konnten auch mal richtig auf das Gelände:

Da die Burg auf einem Hügel liegt hat man einen guten Überblick über Krakau. In der Ferne hat man schon gesehen dass sich was zusammen braut:

Im Innenhof gibt es einen schönen Park:

Es dauerte allerdings nicht mehr lange bis das Gewitter über uns war und wir Schutz unter einem Eingang gesucht haben. Gute Entscheidung! Es hat gegossen wie aus Kübeln mit zwischenzweitlichem Hagel mit teils kirschengroßen Körnern:

Der Wind war so stark dass man auch drei Meter unter dem Dach ordernlich nass wurde. Es ist immer wieder faszinierend und erschreckend zugleich die Kraft der Natur so nah zu erleben. Es macht auf jeden Fall demütig.

Nachdem das Unwetter weitergezogen war, konnten wir wieder rauskommen und die Burg weiter bestaunen.

Krakaus Altstadt hat viele schöne Gassen:

Im Zentrum steht der Hauptplatz. Auch hier gibt es wieder jede Menge historischer Gebäude:

Ursel hat bei unserem Spaziergang das “magische” Café “Leaky Cauldron” entdeckt. Hier sind wir noch eingekehrt und haben uns von den Speisen und Getränken verzaubern lassen:

Der Weg zurück zum Hotel war dann noch ein richtiges Abenteuer. Unsere Bleibe war etwas ausserhalb und aufgrund des Unwetters gab es zahlreiche Sturmschäden. Wir haben sogar ein Auto mit eingrücktem Heckdach gesehen - da ist wohl ein großer Ast draufgekracht. Auf jeden Fall waren auch die Öffis betroffen. Dies, gepaart mit etwas Verplantheit meinerseits, hat den Heimweg von 30min auf ungefähr 2h, verlängert. Wir sind sehr müde in’s Bett gefallen.

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