Action in Vang Vieng

von Achim

Unseren letzten vollen Tag in Vang Vieng wollten wir gut nutzen. Wir sind wieder mit Leihfarrädern losgezogen. Diesmal ging’s zum Nam Xay Ausguck. Der Weg nach oben war, aufgrund heftiger Erosion, ziemlich abenteuerlich (Treppen werden aber gerade gebaut). Und natürlich wieder richtig schön steil. Hier mag man’s wohl kurz und heftig.

Allerdings wird man oben auch mit herrlichen Ausblicken belohnt - sofern man sich auf die Plattform traut:

Das Holzgestell war alles andere als vertrauenserweckend. Aber das reicht den Leuten hier noch nicht als Nervenkitzel. Sie haben noch ein altes Motorrad am Abgrund aufgestellt, auf dem man für Selfies posieren kann:

Geilomat!

Beim Abstieg kamen uns wahre Touri-Horden entgegen. Wir waren froh, schon von der klapprigen Holz-Plattform auf dem Gipfel runter zu sein.

Mit dem Fahrrad ging’s dann weiter durch das Tal, tiefer in’s Hinterland. Wir sind an (trockenen) Reisfeldern, vielen Kühen und toller Landschaft vorbeigefahren:

Die Gegend war noch richtig urig. Es war toll durch die kleinen Dörfer zu fahren und das normale Straßenleben zu sehen.

Unser Ziel war die Blaue Lagune 3 (es gibt insgesamt sechs von ihnen). Hier haben die Leute richtig schön was zum Spaß haben aufgebaut:

An der verwegenen Galgenkonstruktion war ein Seil aufgehängt. Mit dem konnte man sich in’s Wasser schwingen - bevorzgt mit einem Backflip im Abgang. Daneben gab’s noch eine Seilbahn in’s Wasser und eine Plattform zum springen. Aber wie gestern auch schon: erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Auch bei dieser Lagune gab’s eine Höhle, die man selbst erkunden durfte. Erst dachte ich, “die paar Bretter im Loch können wohl schlecht der Höhleneingang sein”:

Ich lag falsch. Unten mussten wir uns durch ein kleines Loch quetschen und sind dann über weitere fragwürdige Holzleitern tiefer in die Höhle abgestiegen. Glücklicherweise sind wir recht bald in einen großen Raum gekommen in dem man wieder aufrecht stehen konnte. Cool war dort dass die Decke beim anleuchten total gefunkelt hat. Ansonten gab es das zu sehen, was man so von einer guten Höhle erwarten kann: Stalagmiten und Stalagtiten.

Und riesige Spinnen (deutlich gößer als ein Handteller):

Beim unterirdischen See haben wir wieder umgedreht. Am Ausgang waren wir sehr froh wieder draussen zu sein. Da will man wirklich nicht zugeschüttet werden.

Jetzt aber ab in’s Wasser und an den, völlig TÜV-unkonformen, Konstruktionen ausgetobt! :D

In Vang Vieng gibt es einen kleinen Flugplatz für Motorschirme, an dem wir gestern Abend schon zum kurz angehalten haben. Beim beobachten des Treibens dort hatte ich wirklich Lust bekommen das selbst mal auszuprobieren. Und da der Flug mit 1.200.000 Kip (ca. 48 EUR) für 15min erschwinglich war, habe ich die Gelegenheit genutzt. Es gab zum Glück noch eine Lücke im Flugplan für mich, sodass wir das noch spontan auf dem Heimweg einschieben konnten.

Es ging alles sehr unkompliziert und schnell. Ich habe mich auf einen kleinen Sitz direkt vor den Piloten gesetzt und dann hat das Teil auch schon gleich abgehoben. Die Aussichten waren wirklich unschlagbar:

Vielleicht fragt ihr euch was denn ein Motorschirm ist. Ursel hat es treffend als eine Kombi aus Gleitschirm und einem, mit einem Rasenmähermotor betriebenen, Ventilator beschrieben:

Ich fand Fluggeschwindigkeit und -höhe ist sehr angenehm. Und man bekommt Blicke auf die Landschaft, die einem als Wanderer verwehrt bleiben:

Die 15min vergingen wie im Flug (räusper). Ein richtig krönender Abschluss für einen ohnehin schon richtig tollen Tag! Action hatten wir heute auf jeden Fall genug.

Das geht:

  • 120 Höhenmeter auf 340m Strecke - hört sich nach nicht viel an, haut aber trotzdem rein
  • Den Leuten bei der Lagune zuschauen wie sie sich an den Konstruktionen austoben (inkl. Epic-Fails) - und es natürlich auch selbst machen (inkl. Epic-Fails)
  • Wie kurz Start und Landung mit einem Motorschirm sind

Das geht nicht:

  • Die Konstruktionen hier - unser Vertrauen in die laotische Handwerkskunst wird wirklich bis an’s äusserste getestet
  • Komplett zugestaubte Chipstüten - ja OK, wir kaufen dann woanders ein
  • Leute, die Zeug in einen unterirdischen See werfen, nur um zu hören wie es “platsch” macht - solche Ökosysteme sind in der Regel ziemlich sensibel
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